Charlie Chaplin: Rede an das Volk

Gerade läuft ein Video um die Welt, in dem die (Schluss-)Rede an das Volk aus dem Charlie Chaplin-Film “Der große Diktator” von 1940 (die deutsche Übersetzung ist von 1958) mit aktuellen Bildern unterlegt wurde. Hier der ganze großartige Text zum nachlesen:

“Es tut mir leid aber ich möchte nun mal kein Herrscher der Welt sein, denn das liegt mir nicht. Ich möchte weder herrschen, noch irgendwen erobern, sondern jedem Menschen helfen, wo immer ich kann. Den Juden, den Heiden, den Farbigen, den Weißen. Jeder Mensch sollte dem anderen helfen, nur so verbessern wir die Welt. Wir sollten am Glück des andern teilhaben und nicht einander verabscheuen. Haß und Verachtung bringen uns niemals näher. Auf dieser Welt ist Patz genug für jeden, und Mutter Erde ist reich genug, um jeden von uns satt zu machen.

Das Leben kann ja so erfreulich und wunderbar sein. Wir müssen es nur wieder zu leben lernen. Die Habgier hat das Gute im Menschen verschüttet und Mißgunst hat die Seelen vergiftet und uns im Paradeschritt zu Verderb und Blutschuld geführt. Wir haben die Geschwindigkeit entwickelt aber innerlich sind wir stehen geblieben. Wir lassen Maschinen für uns arbeiten und sie denken auch für uns. Die Klugheit hat uns hochmütig werden lassen, und unser Wissen kalt und hart. Wir sprechen zu viel und fühlen zu wenig. Aber zuerst kommt die Menschlichkeit und dann erst die Maschinen. Vor Klugheit und Wissen kommt Toleranz und Güte. Ohne Menschlichkeit und Nächstenliebe ist unser Dasein nicht lebenswert.

Aeroplane und Radio haben uns einander näher gebracht. Diese Erfindungen haben eine Brücke geschlagen, von Mensch zu Mensch. Die erfordern eine allumfassende Brüderlichkeit, damit wir alle Eins werden. Millionen Menschen auf der Welt können im Augenblick meine Stimme hören. Millionen verzweifelter Menschen, Opfer eines Systems, das es sich zur Aufgabe gemacht hat Unschuldige zu quälen, und in Ketten zu legen. Allen denen die mich jetzt hören rufe ich zu : Ihr dürft nicht verzagen! Auch das bittere Leid das über uns gekommen ist, ist vergänglich. Die Männer, die heute die Menschlichkeit mit Füssen treten werden nicht immer da sein. Ihre Grausamkeit stirbt mit ihnen, und auch ihr Hass. Die Freiheit, die sie den Menschen genommen haben, wird ihnen dann zurückgegeben werden. Auch wenn es Blut und Tränen kostet, für die Freiheit ist kein Opfer zu groß.

Soldaten vertraut euch nicht Barbaren an, Unmenschen die euch verachten, und denen euer Leben nichts wert ist, ihr seid für sie nur Sklaven. Ihr habt das zu tun, das zu glauben, das zu fühlen. Ihr werdert gedrillt, gefüttert, wie Vieh behandelt, und seid nichts weiter als Kanonenfutter. Ihr seid viel zu schade für diese verehrten Subjekte. Diese Maschinenmenschen, mit Maschinenköpfen, und Maschinenherzen. Ihr seid keine Roboter, ihr seid keine Tiere, ihr seid Menschen! Erwahrt euch die Menschlichkeit in euren Herzen und hasst nicht, nur wer nicht geliebt wird hasst, nur wer nicht geliebt wird. Soldaten kämpft nicht für die Sklaverei, kämpft für die Freiheit.

Im siebzehnten Kapitel des Evangelisten Lukas steht : Gott wohnt in jedem Menschen. Also nicht nur in einem oder in einer Gruppe von Menschen. Vergesst nie, Gott liegt in euch allen, und ihr als Volk habt allein die Macht. Die Macht Kanonen zu fabrizieren, aber auch die Macht Glück zu spenden. Ihr als Volk habt es in der Hand, dieses Leben einmalig kostbar zu machen, es mit wunderbarem Freiheitsgeist zu durchdringen. Daher im Namen der Demokratie : Laßt und diese Macht nutzen! Laßt uns zusammen stehen! Laßt uns kämpfen für eine neue Welt, für eine anständige Welt! Die jedermann gleiche Chancen gibt, die der Jugend eine Zukunft und den Alten Sicherheit gewährt. Versprochen haben die Unterdrücker das auch, deshalb konnten sie die Macht ergreifen. Das war Lüge, wie überhaupt alles, was sie euch versprachen, diese Verbrecher. Diktatoren wollen die Freiheit nur für sich, das Volk soll versklavt bleiben. Laßt uns diese Ketten sprengen! Laßt uns kämpfen für eine beseere Welt! Laßt uns kämpfen für die Freiheit in der Welt, das ist ein Ziel, für das es sich zu kämpfen lohnt. Nieder mit der Unterdrückung, dem Hass und der Intoleranz! Laßt uns kämpfen für eine Welt der Sauberkeit. In der die Vernunft siegt, in der uns Fortschritt und Wissenschaft allen zum Segen reichen. Kameraden, im Namen der Demokratie : Dafür laßt uns streiten!“

Aktionstag Brunnenprojekt Hustadt am 06.09.2014

Ich möchte hier und heute auf ein tolles Projekt aufmerksam machen, das Pater Winfried Pauly in der Bochumer Hustadt ins Leben gerufen hat:

Das ‚Brunnenprojekt Hustadt

Für den kommenden Samstag,  den 06.09.2014 sind die Bewohner der Hustadt und natürlich auch alle anderen Interessierten zu einem Aktionstag zur Standorteröffnung des Brunnenprojekts Hustadt, einer sozialpastoralen Initiative, eingeladen.

Hier der offizielle Einladungstext:

Das Brunnenprojekt ist eine soziale stadtteilbezogene Initiative für die BewohnerInnen der Hustadt. Der Name leitet sich vom zentralen Brunnenplatz ab. Brunnen erschließen, was lebensdienlich ist. Als ursprünglich christliche Initiative suchen und fördern wir den interreligiösen und interkulturellen Dialog.

Die Hustadt im Süden Bochums ist reich an Vielfalt und daher ein guter Lernort. Hier finden sich Menschen mit …

  • einer Vielfalt an kultureller Prägung
  • einer Vielfalt an religiösen Überzeugungen
  • einer Vielfalt an sozialen Schichten
  • einer Vielfalt an Muttersprachen.

Die Vielfalt ist eine Herausforderung, die zur Bereicherung wird, wenn Dialog gelingt. Dialog zu fördern, Brücken zu bauen und einander an den jeweiligen Quellen teilhaben zu lassen, ist unser Ziel. Quellen, aus denen Lebenskraft und Sinn geschöpft wird. Quellen für unser soziales Engagement, für Solidarität, Einsatz für Gerechtigkeit und einfaches Für-einander-da-sein.

Uns ist wichtig

  • Dialog auf Augenhöhe für Jung und Alt
  • partnerschaftliches Miteinander von Haupt- und Ehrenamt
  • Engagement mit Herz und Kompetenz
  • Gastfreundschaft und werschätzende Aufmerksamkeit
  • Kooperation mit anderen Akteuren im Stadtteil

Wer wir sind

Rechtsträgerin des Projektes ist die katholische Pfarrei St. Franziskus.

Das Team unter Leitung von Pater Winfried Pauly, Sozialpastor der Hustadt, wird von einem Beirat (im Aufbau) unterstützt.

Derzeitige Aktivitäten:

Präsenz in der Inneren Hustadt (Streetwork)

  • Gewinnung und Begleitung von Ehrenamtlichen
  • interkultureller und interreligiöser Dialog
  • Brunnentreff (im Aufbau) in der Robert-Koch-Straße 37, einem Ort der Begegnung und Gastfreundschaft
    –          Kontaktbüro
    –          Bastel- und Reparaturwerkstatt
  • Zusammenarbeit mit Einrichtungen des Stadtteils
  • Entwicklung von Projekten

Ehrenamtliche willkommen:

Die kulturelle und religiöse Vielfalt soll sich im Kreis der Ehrenamtlichen widerspiegeln. Wir wertschätzen ehrenamtliche Arbeit durch professionelle Begleitung.

Pater Winfried Pauly
Kontaktbüro demnächst im Brunnentreff:

Robert-Koch-Str. 37 (am Brunnenplatz)
44801 Bochum

0234 / 70 95 29 62 oder 0171 / 31 64 64 2

winfried.pauly@psfb.de

 

Weitere Informationen im Artikel bei Derwesten.de:
http://www.derwesten.de/staedte/bochum/sued/brunnenprojekt-hat-jetzt-eine-feste-adresse-id9803076.html

Weitere Hintergrundinfos zum Projekt gibt es hier:
http://www.stclemens.org/DEUBochumHustadt

Nachtrag (13.09.2014):
Ein Fotoalbum von der Veranstaltung ist hier zu sehen:
https://plus.google.com/photos/104583207191333974650/albums/6058561633114729521?authkey=CLuAwbDx_-nk5wE

Der Alsengarten: Gemeinschaftsgarten Bochum hat endlich ein Zuhause

Der Alsengarten

Die Aktivist/innen vom Gemeinschaftsgarten Bochum haben ein neues Zuhause gefunden. Im Hinterhof der Alsenstraße 19a steht seit dem 03.07.2014 der Alsengarten. Hier trifft man sich s jeden Samstag ab 11.00 Uhr zum gemeinsamen Gärtnern.

Zur Webseite gehts hier: http://urbaneoasen.de/gaerten/gemeinschaftsgarten-bochum/

Die Facebook-Seite findet Ihr hier: https://www.facebook.com/GemeinschaftsgartenBochum

04. bis 08. Juni 2014: Guerilla Days in Bochum

Übermorgen beginnen die Guerilla Days im Rahmen des Zukunftsprojekt N.A.T.U.R Bochum

Reclaim the streets

Das komplette Programm in der Übersicht ist hier zu finden:

http://2013.festival-natur.de/guerilla-days-reclaim-the-streets/

P.S. Die 2013 in der URL verwirrt zunächst etwas; das Programm ist aber auf jeden Fall 04. bis 08. Juni 2014

 

Plakat: Guerilla Days in Bochum vom 06.06. bis zum 08.06.2014

Plakat: Guerilla Days in Bochum vom 06.06. bis zum 08.06.2014

Reclaim the streets

Kul.tour stoppt TTIP – raus aus der Freihandelsfalle!

Am 2. Mai startet die Attac-Tournee „Kul.tour stoppt TTIP – raus aus der Freihandelsfalle!“, unter anderem mit Urban Priol, HG Butzko, Jess Jochimsen, Konstantin Wecker, Christoph Sieber, Luise Kinseher, Marc-Uwe Kling und Arnulf Rating. Auch der Deutsche Kulturrat – der Spitzenverband von 236 Bundeskulturverbänden und Organisationen – positioniert sich klar gegen TTIP. 

Zur Webseite der Attac-Tournee „Kul.tour stoppt TTIP“: 
www.attac.de/kultour

Facebook-Beitrag: „Eine Idee zur Weltrettung“

Ein Fundstück, dass ich gerade bei Facebook gemacht habe… sehr schön… 🙂
Andrea Hirche  hat ihren Beitrag geteilt.

alle hätten mehr als genug, wenn geld und güter gerecht verteilt wären.

das gegenteil passiert: der wohlstand kumuliert sich bei denen, die schon mehr als genug haben – die armen werden immer ärmer und abhängiger. alle warten auf den großen knall…

 

man vermutet oft böse absicht hinter diesem system, aber zum teil sind es aber auch mechanismen, die sich verselbständigt haben, die kapitalistische „maschine“ die nicht mehr zu stoppen ist, weil sie von eigenen gesetzmäßigkeiten regiert wird und ihr nichts mehr entgegengesetzt wird, außer unserer langsam kollektiv aufdämmernden erkenntnis, dass dringender handlungsbedarf besteht.

 

es dämmert vielen, auch den begüterten, dass mit der zuspitzung der lage auch ihre lebensgrundlagen in gefahr sind. genaugenommen sind die lebensgrundlagen in allen bereichen in gefahr – ökonomisch, ökologisch, spirituell… es gibt viele menschen, die um geld zu verdienen dinge tun müssen („ihre seele verkaufen“ – oder sie noch nie gespürt haben), die sie eigentlich als falsch erkennen. aber es gilt das einkommen zu sichern, denn essen, wohnung, heizung, kleidung, bildung, kultur, etc. wollen bezahlt werden….

 

möglicherweise wären viele menschen auch mit einem für die grundbedürfnisse ausreichenden, geringen, sicherem einkommen zufrieden, wenn sie als ausgleich mehr zeit für erfüllende, sinnvolle tätigkeiten, kunst, kultur, heilung, gesund und ökologisch produzierte lebensmittel und waren und soziale kontakte hätten. diese idee ist z.t. auch der ansatz des bedingungslosen grundeinkommens.

 

ich glaube aber, die idee des BGE ist zu kurz gedacht, weil ein bedingungsloses grundeinkommen aus vielerlei gründen nicht langfristig und nachhaltig zur verbesserung der verhältnisse beitragen würde.

der markt würde sich drauf einstellen, waren würden teuer werden; viele menschen wären noch nicht „reif“ für diese art des einkommens, zumal die psychischen schäden der medialen gehirnwäsche der letzten jahrzehnte mindestens genau so lange brauchen, um auszuheilen. außerdem stellt es das zinsgeldsystem als solches nicht in frage…

– aber die BGE-bewegung hat bestimmt in den köpfen vieler menschen etwas bewegt!

 

in meinem bewegt sich folgendes:

 

eigentlich haben wir hier und heute alle möglichkeiten damit anzufangen, neue, konstruktive strukturen zu aufzubauen:

 

– immer mehr menschen „wachen auf“, politisch (sehen, was wirklich gespielt wird) und spirituell (ganzheitliches bewusstsein erwacht ; „wir sind eins“)

– intelligente, gebildete, gut vernetzte, informierte menschen mit dem nötigen gemeinsinn und ganzheiltichem bewusstsein

– immer ausgereiftere möglichkeiten in der computer- und netzwerktechnik; soziale netzwerke im internet

– viele vordenker und erfahrungen, was das geldsystem und alternative währungen aber auch politische systeme angeht

– eine globale bewegung, die veränderung will, die verstanden hat, dass es so nicht weitergehen kann…

– relativen wohlstand, der es zulässt, dass unsere sorge und angagement über die sicherung unserer grundbedürfnisse hinausgeht… den gilt es zu sichern und zu teilen!

 

….aber wie dann?

 

wir brauchen neue, wirkungsvolle, umverteilungsstrukturen!

 

diese strukturen könnte man entwickeln, indem man gemeinschaften gründet, die auf der basis eines bestimmten grundeinkommens soziale, okologische, künstlerische oder auch wirtschaftliche projekte realisieren. diese gemeinschaften können sowohl real, als auch virtuell sein. entscheidend ist, dass sie im sinne des gemeinwohls aktiv sind und sich konstruktiv einbrigen.

 

das reicht vom kleinen selbstversorgerbauernhof bis hin zu größeren gemeinschaften, ethische und ökologische (nahrungsmittel)produktion, einem engagierten sozialen leben, kunst, kultur, techische innovationen, freie energie-technologie, weiterentwicklung der projektstrukturen im internet und computerprogramme, friedes-, bewusstseinsarbeit, sozialer arbeit, bildung, gesundheit, heilwissen, ertc. je nach individuellen neigungen und talenten…

 

innerhalb des netzwerkes könnte man eine eigene währung etablieren, damit die menschen dort untereinander nicht auf geld aus dem zinsgeldsystem angewiesen sind… man könnte eine art „second life“(wer kennt noch diese virtuelle plattforml?) – aber mit realer anbindung und mit realen menschen statt mit avataren – aufbauen.

 

je mehr menschen dazu kommen und das netzwerk beleben, desto attraktiver wird es. profile können wie bei facebook eingesehen werden, man kann kleine „läden“ oder „dienstleisungsbüros“ einrichten. die ganze buchhaltung und administration könnte automatisch über das profil erfolgen – so wie es in vielen spielen auch währungen oder bonuspunkte gibt…

 

facebook hat angeblich auch mit einem kleinen programm unter studenten angefangen….

 

das grundeinkommen in euro bzw. „alter“ zinsgeldwährung würde dann solange wie nötig dazu dienen, miete, stom, heizung, etc. zu bezahlen, man kann aber durch die alternative währung imnnerhalb des netzwerkes immer unabhängiger davon werden.

 

ich könnte mir vorstellen, daß man für die weiterentwicklung und umsetzung dieser idee, sogar geldgeber finden könnte, privat wie öffentlich – das „produkt“, nämlich das florierende netzwerk und schaffung von wohlstand, gesundheit, schutz von ökosystemen, sozialwesen, wohlergehen, zufriedenen, glücklichen menschen lässt sich ja sehen und real überprüfen…

 

die revolution rollt heran, das geht alles nicht mehr lange gut, in griechenland plündert die bevölkerung bereits die felder, weil es ums überleben geht.

 

lasst uns alle möglichkeiten, guten ideen und ansätze, die wir hier und jetzt so haben, vorurteilsfrei betrachten, zusammendenken und daraus lösungen entwickeln!

 

 

Hier der Link zum Facebook-Beitrag: https://www.facebook.com/notes/andrea-hirche/eine-idee-zur-weltrettung/490526297658764

Offener Brief von Markus Priebe vom 30.07.2009 zur Finanz- und Wirtschaftskrise an die Politiker der Bundesrepublik Deutschland

Sehr geehrte Damen und Herren,

motiviert durch die schwere Krise der internationalen Finanzmärke, habe ich mich in den vergangenen Monaten intensiv um tiefergehende Informationen zum heutigen Finanzsystem bemüht. Es erschien mir inakzeptabel, weder die konkreten auslösenden Momente dieser Finanzkrise hinreichend verstehen zu können, geschweige denn, das dahinter und weitgehend im Verborgenen liegende Geld- und Finanzsystem. Im Verlaufe meiner Recherchen und in Gesprächen ist mir indes mehr und mehr klar geworden, dass ich dieses Erkenntnisdefizit offenbar mit der weit überwiegenden Mehrheit meiner Mitmenschen teilte. Erstaunlicherweise, so stellt es sich mir heute dar, gilt dieser Sachverhalt auch für etliche Fachleute aus der Finanzwirtschaft.
Das Resultat meiner Bemühungen um tiefergehende Einsicht kann ich heute jedoch,- milde formuliert, nur mit dem Wort ‚Erstaunlich‘ umschreiben! Vorab drei prägnante Zitate namhafter Persönlichkeiten aus der Vergangenheit, deren Aussagekraft es Wert ist, sich in Anbetracht des gegenwärtigen Dilemmas einmal näher mit den Themen Geld- und Finanzsystem zu befassen:

*„Würden die Menschen verstehen wie unser Geldsystem funktioniert, hätten wir eine Revolution, und zwar schon morgen Früh.“ ( Henry Ford, 1863 – 1947 ) *Wird Henry Ford zugeschrieben. Mehrere unbestätigte Quellen. „[…] Wenn die amerikanische Bevölkerung jemals Privatbanken erlaubt, unsere Währung zu kontrollieren, zuerst durch Inflation, dann durch Deflation, werden die Banken und die Konzerne, die sich entwickeln werden, die Leute all ihres Eigentums berauben und ihre Kinder werden obdachlos in dem Kontinent erwachen, den ihre Väter eroberten. Die Zuweisung von Macht sollte von den Banken genommen und wieder auf die Bevölkerung übertragen werden, der sie eigentlich gehört.“ ( Thomas Jefferson, dritter Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, 1743 – 1826 ) Quelle: Die Homepage von Dr. Walter E. Williams, Wirtschaftswissenschaftler an der George Mason University.*Gib mir die Kontrolle über die Währung einer Nation, und es ist mir gleichgültig, wer ihre Gesetze macht.“ ( Mayer Amschel Rothschild, Begründer der privaten Bankendynastie Rothschild, 1744 – 1812 ) *Wird Mayer Amschel Rothschild zugeschrieben. Mehrere unbestätigte Quellen.

 

Wie unverändert aktuell diese Aussagen noch heute sind, geht u.A aus folgenden Quellen hervor: „Geldsystem und Weltfinanzkrise – Interview mit Prof. Bernd Senf“ »http://blip.tv/file/1451500«. Weitere sehr ausführliche, auch historisch aufgearbeitete Informationen zur Geldthematik, finden Sie auf der Internetseite von Bernd Senf »http://www.berndsenf.de« – Bernd Senf ist Professor der Volkswirtschaftslehre. Oder auch ergänzend hierzu aus anderer Quelle: „Die absehbare Krise des Fiat Money“ »http://www.new-sense.net/wirtschaft/sonstiges/fiatmoneyspecial.pdf«
Mittels dieser Informationen, die man als mathematisch widerspruchsfrei bezeichnen muß, können auch Fachfremde leicht verständlich nachvollziehen, dass unser Geld- und Finanzsystem auf Dauer nicht funktionieren kann,- also schließlich systembedingt kollabieren muß, und entsprechend zwangsläufig schwere Wirtschaftskrisen und soziale Konflikte hervorbringt. Es wird ebenfalls anschaulich dargelegt, dass die stetig steigende Staatsverschuldung,- ebenso wie die der privaten Haushalte, unmittelbar auf systemische Konstruktionsmängel dieses Finanzsystems zurückzuführen sind. Ergänzend hierzu ein kurzer Ausschnitt aus der ARD- Nachrichtensendung Panorama, und ein Zitat von Bernard Lietaer, ehemaliger belgischer Zentralbanker: »http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=_4FzvwtHKLs«
„Während Wirtschaftslehrbücher behaupten, dass Menschen und Firmen um Marktanteile und Ressourcen ringen, behaupte ich, dass sie in Wirklichkeit um Geld kämpfen – sie gebrauchen die Märkte und Ressourcen dafür. Die Gier und Furcht vor Mangel wird ständig aufrecht erhalten und verstärkt durch die Art Geld, die wir benützen. Wir können zum Beispiel mehr als genug Essen produzieren um alle satt zu machen und es ist definitiv genug Arbeit auf der Welt da für alle, aber es ist ganz klar nicht genug Geld auf der Erde um für das alles zu bezahlen. Es ist ein Fakt, dass Zentralbanken dafür da sind diesen Mangel zu kreieren und aufrecht zu erhalten. Geld wird geschaffen, wenn es die Banken verleihen. Wenn eine Bank dich mit einer 100.000$ Hypothek versorgt, dann wird nur der Kreditbetrag geschaffen. Die Bank erwartet, dass du 200.000$ über die nächsten 20 Jahre zurückbezahlst, aber sie schafft nicht die zweiten 100.000$, – die Zinsen. Die Bank schickt dich anstatt dessen in die harte Welt hinaus, um gegen jeden zu kämpfen, um diese zweiten 100.000$ aufzubringen.“ ( Bernard A. Lietaer )Quelle: An interview with Bernard Lietaer by Sarah van Gelder, in „YES!: A journal of positive futures.“ »http://www.transaction.net/press/interviews/lietaer0497.html«. Eine deutsch übersetzte Fassung dieses Interviews finden Sie hier: »http://www.connection.de/magazintexte/spirit/gier-knappheit.html«. Siehe auch »Beyond greed and scarcity – by Bernard Lietaer«

Bernard Lietaers Beschreibung weist direkt auf zwei zentrale Systemfehler des heutigen Geld- und Finanzsystems hin: Der Geldschöpfung aus dem ‚Nichts‘, und dem Zins. Vor allem aber weist er auch darauf hin, dass es sich bei diesem Finanzsystem im Kern um die Etablierung und Manifestierung eines gravierenden soziologischen Problems handelt. Einem soziologischen Problem von buchstäblich globalem Ausmaß, das fortlaufend mannigfaltige Konflikte durch systembedingt künstlich(!) aufrecht erhaltenen Mangel schürt, und sämtliche humanen Bestrebungen der Menschheit letztlich ad absurdum führen!  Es wird ebenfalls deutlich, dass die von der Politik angestrebte Implementierung strengerer Regeln auf den Finanzmärkten prinzipiell zu keiner Konsolidierung führen können, da die Zinsdynamik diese kontakarieren würden.

Die Bevölkerung steht dieser Finanzkrise und ihren Akteuren machtlos gegenüber. Und die Politik?! ( Der Artikel auf der ARD- Webseite des Magazins „Plusminus“ ist nicht mehr verfügbar. Hier können Sie den entsprechenden Fernsehbeitrag sehen: Verfassungsbruch – SoFFin außer Kontrolle! )

Die Geldschöpfung gehört in öffentliche Hand um staatliche Souveränität, monetären Spielraum, Handlungsfähigkeit, Bürgerrechte, Wohlstand, und schließlich eine friedliche Zukunft gestalten zu können. Die Gegenwart weist indes immer erkennbarer in eine Zukunft, die der Rigidität dieses grundlegend fehlkonstruierten Geld- und Finanzsystems entspricht: Der Schweregrad nationaler- und globaler Verteilungskämpfe, und daraus sich entwickelnde zukünftige Konflikte, werden sich in den kommenden Jahren weiter und immer rascher verschärfen bzw. potenzieren. Der politische Handlungsspielraum der Nationen wird, – dem exponentiellen Anstieg der Staatverschuldung entsprechend, weiter abnehmen, und zunehmend durch polizeiliche- und militärische ‚Konfliktlösungen‘ verdrängt und ersetzt werden…

„Eine neue Art von Denken ist notwendig, wenn die Menschheit weiterleben will.“
( Albert Einstein ) Quelle

Prof. Franz Josef  Radermacher und Bert Beyers beschreiben dieses entsetzliche Zukunftsszenario der Menschheit in ihrem Buch „Welt mit Zukunft – Überleben im 21. Jahrhundert“, zeigen aber auch Strategien und konkrete Lösungsmöglichkeiten auf, wie diesem noch entgangen werden kann. Stichwort ‚Ökosoziale Marktwirtschaft‘. Murmann Verlag, 4. Auflage, November 2008. [ ISBN 978-3-938017-86-9 ] Bundespräsident Horst Köhler hatte Ende März diesen Jahres in einer bemerkenswerten Rede seinerseits nachdrücklich darauf hingewiesen und gefordert, dass die Wirtschaft der Zukunft auch aufgrund zunehmender globaler Ressourcenverknappung eine ökosoziale sein müsse, die die Menschen mit ihren unveräußerlichen Rechten mit der Integrität des Ökosystems der Erde in Einklang, und in den Mittelpunkt politisch- kulturellen Handelns hebt. Ergänzung Januar 2010: Meine Zustimmung zur Rede des Bundespräsidenten bezieht sich auf die Punkte „Soziales“ und „ökosoziales Wirtschaften“. Nicht jedoch in Bezug auf die Ausführungen Köhlers zum Geld- und Finanzsystem!

Prof. Dr. Wolfgang Berger stellt sich und uns die Frage: „Geld regiert die Welt — Warum eigentlich?http://www.subhash.at/freigeld/geldregiert.html#Top

Seine Abhandlung zum zinsbelasteten ’statischen Geld‘ gibt dem Leser in aller Kürze einen Überblick über den defizitären Charakter und den entsprechenden Folgeerscheinungen des gegenwärtigen Geld- und Finanzsystems, und zeigt hiermit auf, dass die Herausforderungen der Zukunft mit diesem Geldsystem definitiv nicht zu bewältigen sind. Prof. Wolfgang G. Berger ist Ökonom und Philosoph, war Manager in Europa, Amerika und Asien, sowie Professor für Betriebswirtschaftslehre in Deutschland und den U.S.A. In politischen Diskussionen wird  heute indes überwiegend die Ansicht vertreten, dass die Stabilisierung und Konsolidierung des Finanzsektors mittels Steuergeldern alternativlos sei. Aufgrund der vorliegenden Informationen erscheint diese ‚Rettungsstrategie‘ jedoch nicht mehr nur zweifelhaft, sondern schlicht sinnlos und fatal! In dieser grundlegenden Fehleinschätzung widerspiegelt sich die eingangs erwähnte Unwissenheit über die tieferen Zusammenhänge dieses Geld- und Finanzsystems,- die einige Akteure gezielt für ihre eigenen Interessen nutzen (!)*, – und die unserem zukünftigen Gemeinwohl weitere unabsehbare Folgen bescheren wird!

*„Der Welt – Geldbetrug“ von  Prof. Dr. Eberhard Hamer, Mittelstandsinstitut Niedersachsen – »http://www.goldseiten.de/content/kolumnen/artikel.php?storyid=611« und  auch  hier »http://nationaleschulden.files.wordpress.com/2010/11/der-welt-geldbetrug.pdf«

„Was in unserem Bewusstsein nicht als Möglichkeit vorhanden ist, kann nicht geschehen. Die Erde wird den Himmel spiegeln oder die Hölle. Es ist unsere Entscheidung.“ ( Schlußsatz aus „Geld regiert die Welt — Warum eigentlich?“)

Auf der Webseite von Prof. Berger finden Sie weitere Informationen zur Problematik unseres Geldsystems, wie auch einen Video-Vortrag mit dem Titel: „Die Finanzmarktkrise – Ergebnis einer Fehlkonstruktion, die wir korrigieren können“ »http://www.business-reframing.de/www/cms/single_de_59« In diesem präsentiert er einen ebenso einfachen wie vielversprechenden Lösungsansatz, der historisch belegt langfristig stabil, und entsprechend konfliktarm funktionierte. „Ein zinsbasiertes Finanzsystem ist volkswirtschaftlich falsch“ – sagt Jürgen Kremer, Prof. für Wirtschaftsmathematik am RheinAhrCampus Remagen: »http://www.reframing.eu/www/files/breframing/pdf/kremer_oekologie_politik.pdf« Kremers dynamische Analysen langfristigen Verhaltens ökonomischer Systeme bestätigen die Thesen von Prof. Senf und Prof. Berger, und belegen hiermit deren Korrektheit.

Sehr geehrte Damen und Herren, mir ist bewusst, dass ich Sie mit meinen Ausführungen zum Status des Finanzsystems sicherlich nicht erfreuen konnte, und das Ihre Zeit im Arbeitsalltag als Politiker zudem häufig knapp bemessen ist. Dennoch möchte ich Sie ebenso freundlich wie nachdrücklich darum bitten, sich die Zeit zu nehmen, um sich insbesondere mit den Thesen von Prof. Senf und Prof. Berger eingehend zu beschäftigen. Ich bin davon überzeugt, dass die Analysen die Prof. Senf und Prof. Berger erarbeitet haben, außerordentlich wertvoll sind, und zu Konfliktlösungen dieser, – als epochal zu bezeichnenden Krise,- genutzt werden sollten. Ein abschließendes Zitat Albert Einsteins ist dazu angetan, es in diesem Kontext ebenfalls zu erwähnen:

„Wir können Probleme nicht mit den Denkmustern lösen, die zu ihnen geführt haben.“ Quelle

Mit freundlichen Grüßen

Markus Priebe

 

Geschrieben am 30.07.2009