Grüne kritisieren Bezirksregierung wegen Verlegung der Flüchtlinge

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen Astrid Platzmann-Scholten hat in einem Schreiben an die Bezirksregierung die Umstände der Verlegung der Flüchtlinge, die bis zum Montag in der Lewackerschule untergebracht waren, kritisiert und Aufklärung verlangt. So wurden die ca. 140 Flüchtlinge bis unmittelbar vorher im Unklaren gelassen, wie es mit ihnen weitergeht. Den vielen freiwilligen Helfern aus der Bürgerschaft blieb es dadurch verwehrt, sich von den Menschen zu verabschieden, die sie betreut haben. „Völlig unverständlich ist mir auch, warum man diese Menschen erst für drei bis vier Tage nach Essen verlegt, um sie dann auf die einzelnen Kommunen zu verteilen, in denen sie für die Dauer Ihres Verfahrens untergebracht werden sollen,“ kommentiert Platzmann.

Nachfolgend das Schreiben an die Bezirksregierung in voller Länge:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

vor knapp vier Wochen kamen ca. 140 Flüchtlinge nach Bochum, in einem Hauruck-Verfahren wurde eine Schule hergerichtet und es fanden sich binnen kürzester Zeit eine große Gruppe Ehrenamtlicher bereit, die Flüchtlinge zu unterstützen. Traumatisierte Menschen, die z.T. nicht wussten, wo und in welcher Lage sich Familienangehörige befanden, die eine Flucht hinter sich hatten, die wir uns alle nicht vorstellen wollen und die bewegt waren von der Frage : „Wie geht es weiter“? Es war in der Tat eine Herkules-Aufgabe für die Stadt, auch – und das wurde in einer Bürgerversammlung deutlich – gegen Ressentiments zu kämpfen. Sehr schnell fand sich eine Gruppe UnterstützerInnen für die
Flüchtlingseinrichtung über Facebook, die sich an den Bedürfnissen der Flüchtlinge orientiert, Hilfe leistete, Kleidung, Spielgeräte, Spielgruppen für die Kinder organisierten, Sprachkurse initiierte usw. In einer Augenblicksaktion wurden nun die Flüchtlinge für drei bis vier Tage nach Essen gebracht, um dann von dort auf die weiteren kommunalen Einrichtungen „verteilt“ zu werden.

Meine Fragen:
1. Warum konnten die Flüchtlinge nicht von Bochum aus verteilt werden?
2. Warum erfolgen diese Aktionen so schnell, ohne Vorankündigungen?
3. Wir wissen alle, wie wichtig die Stimmung in der Bevölkerung ist und die Unterstützung, die vor Ort geleistet wird. Warum geht man so sträflich mit den UnterstützerInnen um. Sie konnten sich nicht einmal von den Flüchtlingen, die sie betreut haben, verabschieden.

Ich bin Vorsitzende des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales der Stadt Bochum und Bürgermeisterin und würde mir eine andere Vorgehensweise wünschen, sowie eine Antwort Ihres Hauses.

In diesem Sinne,
Astrid Platzmann-Scholten“

Zum Artikel auf der Homepage der Bochumer Grünen:
http://gruene-bochum.de/kreisverband/aktuelles/single/article/gruene_kritisieren_bezirksregierung_wegen_verlegung_der_fluechtlinge/

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